Wie ermutigend ist es, Menschen zu treffen, die von ganzem Herzen Jesus nachfolgen und bei denen man den Eindruck hat: Ihr Herz brennt für Jesus und Gottes Reich! Sie folgen im Gehorsam und gerne dem Auftrag Jesu: Geht hin – gebt meine Botschaft weiter!
Bei meinem letzten Einsatz im Tschad im vergangenen November war das Ziel, erneut Christen zu schulen, damit sie ihre Landsleute aus der anderen Buchreligion mit der frohen Botschaft auf angepasste Weise und mit dem ansprechenden Werkzeug „Al Massira“ erreichen können. Ein in diesem Bereich erfahrener Kameruner Kollege unterstützte mich. Wir wollten das tschadische Team in diesem Arbeitsbereich fit machen und zu mehr Selbstständigkeit führen, was nur teilweise gelungen ist. Umso schöner war es, Leute wie Pastor Osée zu treffen. Er lebte in der Stadt im Nordosten des Tschad, in der wir in recht einfachen Verhältnissen und etwas beengt das erste Seminar durchführten. Als Vorbereitung gab es viel Korrespondenz und ein Besuch von zwei Teammitgliedern aus der Hauptstadt hatte stattgefunden. Trotzdem waren die Einladungen nur teilweise weitergeleitet worden.


Da kam Pastor Osée ins Spiel, ein älterer Pastor. Er hat viel rumtelefoniert, entfernt wohnende tschadische Missionare informiert und er lud in seiner Gemeinde zum Seminar ein. Er selbst nahm am Kurs teil, er wollte ein Vorbild sein. Er meinte: „Für mich ist das Programm eine prima Vertiefung meines Glaubens. Aber ob ich es in meinem Alter noch mit anderen anwenden kann? Mit der Technik (für die Filme) kenne ich mich nicht so gut aus. Aber ich will ein Beispiel für die jungen Leute sein. Deshalb bin ich dabei.“ Jeden Tag saß er unter den Teilnehmern, folgte dem Programm mit Interesse und stellte Fragen. Und in den Pausen war es schön, zu erleben, wie er auf feine und unkomplizierte Weise die anderen Teilnehmer und jungen Leute ermutigte. Ohne ihn wäre das Seminar niemals dasselbe gewesen!
Es hat mich sehr berührt, wenige Wochen danach zu erfahren, dass Jesus Pastor Osée zu sich geholt hat. Die Zeugnisse, die ich über ihn las, waren nicht Lobhudelei, sondern Dankbarkeit für ihn, sein Leben und seinen Dienst. Er hatte in einer überwiegend muslimischen Gegend mit einer Minderheit von Christen Gemeinden gegründet und das Anliegen auf dem Herzen, andere mit der frohen Botschaft zu erreichen. Ich bin so dankbar, dass er im November noch unter uns war. Er war ein Ermutigter für mich in einer nicht einfachen Woche, er war ein Vorbild für mich, für uns alle. Für wen sind wir ein Vorbild? Durch unseren Gehorsam? Durch unsere Hingabe an Jesus, unsere Liebe und Dienstbereitschaft? – Ein Bericht von Hanna
„Wir sind also von einer großen Schar von Zeugen umgeben, deren Leben uns zeigt, dass es durch den Glauben möglich ist, den uns aufgetragenen Kampf zu bestehen. Deshalb wollen auch wir – wie Läufer bei einem Wettkampf – mit aller Ausdauer dem Ziel entgegenlaufen. Wir wollen alles ablegen, was uns beim Laufen hindert, uns von der Sünde trennen, die uns so leicht gefangen nimmt, und unseren Blick auf Jesus richten, den Wegbereiter des Glaubens, der uns ans Ziel vorausgegangen ist.“
Hebräer 12,1f