Mitarbeiterbericht

15 alltägliche Dinge aus dem Leben einer Kurzzeiterin

Ich bin nun seit 5 Monaten für meinen Kurzeinsatz in Guinea und mit der Zeit wird so das eine oder andere zu meinem Alltag. Es gibt Situationen, die ich als völlig normal wahrnehme und ein paar Momente später kommt mir der Gedanke, dass es mit europäischen Augen gesehen vielleicht alles andere als die Norm ist:

 

1. Mülleimer voll. Ich geh raus und verbrenn alles im Garten.

2. Hab mir ein neues Handy gekauft. Der Verkäufer fragte, ob wir Strom zuhause haben. Ich fand nichts Ungewöhnliches an der Frage…

3. Riesige Spinne im Bett? Nehm ich einfach kurz mit der bloßen Hand und schmeiß sie raus. Hab übrigens auch immer wieder Ameisen im Bett. Die lass ich inzwischen einfach krabbeln.

4. 20 Liter Wasser schleppen? Kanister auf den Kopf und los geht’s!

5. Auf der Straße werde ich ca. gleich oft von Fremden mit einem „Hallo“ oder einem Heiratsantrag gegrüßt. Selbst die Frauen möchten mich mit ihren Brüdern, Onkeln usw. verheiraten.

6. Am Morgen laufe ich in den Garten und pflücke mir ein paar Mangos zum Frühstück. Mein Mango-Konsum stieg in den letzten Wochen auf 20-30 Mangos pro Woche an.

7. Riesige Schlaglöcher, große Steine auf der Straße, Pfützen so groß wie der Bodensee (okay, vielleicht etwas kleiner), Flüsse die die Straße kreuzen… Ein Bild, das sich mir täglich bietet. Seit einer halben Ewigkeit hab ich keine Teerstraße mehr gesehen.

8. Hab letztens einen Film angeschaut und die Frau hatte ein kurzes, europäisches Kleid an. Mein erster Gedanke: Warum läuft die ohne Hose rum?

9. Keine Konversation beginnt bevor man sich nicht ausführlich über das Wohlergehen seines Gegenübers, seiner Eltern, seines Hauses, der Familie, der Gesundheit und den Kindern ausgetauscht hat.

10. Ich war in einem Restaurant mit kaputten Stühlen, der Putz blätterte von den Wänden, alles voller Staub und dachte mir: Wow, ein richtig schönes Restaurant, hier sollte ich öfter herkommen (kein Witz!).

11. Hab mit einer Freundin ausgemacht, dass wir um 8 Uhr losgehen. Um 9 treffen wir uns und laufen um halb10 los.

12. Der Moto-Taxi-Fahrer fragt mich wohin. Ich sag ihm den Namen meiner Nachbarn und komme sicher zuhause an. Es gibt weder Straßennamen noch Hausnummern, weder Türklingeln noch Briefkästen.

13. Hab letztens einen Weißen gesehen. Da bin ich für 5 Minuten stehen geblieben, hab ihn angestarrt und begonnen „Porto Porto“ („Weißer, Weißer“) zu schreien.

14. Mann, schon wieder meinen Schlüssel vergessen! Ach egal, gut dass ich schon weiß, wie man mit Wickelrock über unsere 2 Meter hohe Mauer mit Stacheldraht klettert.

15. Gestern hab ich zwei Millionen auf der Bank geholt. Das Geld reicht dann wieder für ein paar Wochen (1€ = 8600 Franc Guinée).