Mitarbeiterbericht

Beschenkt

Wir sind auf dem Markt. Es wird teilweise heftig gefeilscht. Trotzdem ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass man beim Kauf eines Corros (das übliche Schüssel-Maß hier) von beispielsweise Erdnüssen oder Tee noch eine oder zwei Hände gratis dazubekommt. Als ich einmal etwas länger gebraucht habe, um meinen Geldbeutel aus der Tasche heraus zu kramen, bekam ich die fünf Bananen, die ich gerade kaufen wollte, sogar einfach geschenkt. So etwas ist mir in Deutschland noch nicht passiert…

Wir besuchten mit unserem Projekt-Team eine neunköpfige Familie, die einen (nun ehemaligen) Straßenjungen bei sich aufgenommen hat. Wir wollten nur für ein paar Vormittagsstunden bleiben, wurden dann jedoch gebeten, noch bei ihnen zu Mittag zu essen – mit immerhin weiteren fünf Erwachsenen und fünf Kindern. Tschadische Gastfreiheit!

An einem Vormittag hatten wir gerade kein Kleingeld für ein Taxi. Da drückte uns eine fremde Frau wortlos 500 Francs (umgerechnet etwa 76 Cent) in die Hand und wir konnten einsteigen.

Ein anderes Mal hatte mich ein Taxifahrer aus dem gleichen Grund sogar gratis befördert.

All diese Begebenheiten erinnern mich an Gottes Großzügigkeit. Wie gut ist es zu wissen, dass wir diese überall gleichermaßen erfahren können! Seine Geschenke an uns sind so zahlreich: angefangen bei der Luft zum Atmen über unser „tägliches Brot“ und unsere sozialen Kontakte bis hin zu der ganz fundamentalen Erfahrung seiner Lebenskraft und Liebe. Von allem hat er genug für uns – mehr als genug sogar. Gott sei Dank!

Aus diesem Wissen heraus können auch wir fröhlich weitergeben von dem, was wir von Ihm empfangen. Und weiterlernen an der Großzügigkeit der Menschen hier.